Erhöhte Erwärmung in der Arktis führt zu gefährlichen Hitzewellen

WaldbrandDie Hitze spüren: Während der 2012-Hitzewelle tobt in New Mexico ein Lauffeuer Bild: Kari Greer / USFS Gila National Forest via Wikimedia Commons

Riesige Wellen im Jetstream, die oft unser Wetter bestimmen, ändern sich, wenn sich die Arktis schneller erwärmt - was zu langen Perioden mit hohen Temperaturen führt, die die Wirtschaft und die menschliche Gesundheit ernsthaft gefährden.

Nur wenige Leute haben von Rossby-Wellen gehört und noch weniger verstehen sie, aber wenn Sie in einer unangenehm langen Hitzewelle brodeln, dann könnten sie schuld sein.

Neue Entdeckungen darüber, was in der Atmosphäre vor sich geht, helfen zu erklären, warum Hitzewellen länger anhalten und den Menschen und die natürliche Welt ernsthaft schädigen. Die Häufigkeit dieser Ereignisse hat sich in diesem Jahrhundert verdoppelt, und es wird angenommen, dass die Erwärmung der Arktis die Ursache ist.

Das Wetter an der Erdoberfläche wird häufig von starken Winden in der Atmosphäre bestimmt, die als Jetstreams bezeichnet werden. Im Jahr 1939 Carl-Gustaf Arvid RossbyDer in Schweden geborene Amerikameteorologe entdeckte Wellen im nördlichen Jetstream, die mit den Hoch- und Tiefdrucksystemen in Bodennähe in Verbindung gebracht wurden, die tägliche Wettermuster bilden.

Jetstreams bewegen sich mit einer Geschwindigkeit von bis zu 200 Kilometern pro Stunde und wandern häufig nach Norden und Süden - mit kalter arktischer Luft im Norden und wärmerer Luft im Süden.

Schnelle Variationen

Wenn der Jetstream Rossby-Wellen entwickelt und sie nach Norden schwingen, saugen sie warme Luft aus den Tropen nach Europa, Russland oder in die USA. Und wenn sie nach Süden schwingen, tun sie dasselbe mit kalter Luft aus der Arktis. Die Wellen verändern ständig ihre Form und verursachen so schnelle Wetterschwankungen.

Aber neue Forschung, veröffentlicht in den Proceedings of the Nationale Akademie der Wissenschaften der USAhat eine Tendenz entdeckt, dass diese Wellen im Jetstream viel größer werden und stecken bleiben - insbesondere im Juli und August. Dies führt zu Hitzewellen, die nicht nur einige Tage, sondern auch Wochen andauern.

Dies ist eine ernsthafte gesundheitliche und wirtschaftliche Bedrohung. Ein aktuelles Beispiel ist die Rekordhitzewelle in den USA, die Maisbauern traf und Waldbrände in 2012 verschlimmerte.

Eine genaue Untersuchung der Aufzeichnungen zeigt, dass von 1980 zu 2003 im Durchschnitt alle vier Jahre zwei derartige Hitzewellenereignisse auftraten. Von 2004-07 gab es drei Ereignisse und von 2008-11 gab es fünf.

Eis schrumpfen

Die Theorie und die neuen Daten deuten beide auf eine Verbindung zu Prozessen in der Arktis hin. Seit dem Jahr 2000 erwärmt sich die Arktis etwa doppelt so schnell wie der Rest der Welt. Ein Grund dafür ist, dass das Eis im Weißen Meer - einem südlichen Einlass der Barentssee an der Nordwestküste Russlands - schnell schrumpft und somit weniger Sonnenlicht zurück in den Weltraum reflektiert wird, während der offene Ozean dunkel ist und sich daher erwärmt Mehr.

„Dieses Schmelzen von Eis und Schnee ist eigentlich auf unseren Lebensstil zurückzuführen, beispiellose Mengen an Treibhausgasen aus fossilen Brennstoffen zu produzieren“, sagt Hans Joachim Schellnhuber, Mitautor der Studie und Gründungsdirektor der Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung.

Wenn sich die Arktis schneller erwärmt, nimmt der Temperaturunterschied zu anderen Regionen ab. Temperaturunterschiede sind jedoch ein wesentlicher Faktor für die atmosphärischen Zirkulationsmuster, die wiederum unser Wetter bestimmen.

"Das Thema der Planetenwellen zeigt, wie fein miteinander verbunden die Komponenten im Erdsystem sind", fasst Schellnhuber zusammen: "Und es zeigt, wie unverhältnismäßig das System auf unsere Störungen reagieren könnte." Klima-Nachrichten-Netzwerk

Über den Autor

brauner PaulPaul Brown ist Mitherausgeber des Climate News Network. Er ist ein ehemaliger Umweltkorrespondent des Guardian und schreibt Bücher und unterrichtet Journalismus. Er kann an erreicht werden [E-Mail geschützt]


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